HuFiCon
Die Überprüfungsfalle: Was wir durch 8 Monate Due Diligence über moderne Angreifer gelernt haben
Wenn Ihre Mitarbeitenden jede Regel Ihrer Sicherheitsrichtlinie befolgen und dennoch eine betrügerische Zahlung autorisieren, wo hat das System dann versagt?
Auf der HuFiCon 2025 (jetzt der Signal Security Summit) sprach Pernilla Sjöholm aus direkter Erfahrung. Sjöholm, die durch die Netflix-Dokumentation Der Tinder-Schwindler weltweit bekannt wurde, führte unser Publikum durch acht Monate ihrer eigenen Due Diligence. Als sie ins Visier eines Betrügers geriet, der sich als wohlhabender Geschäftsmann ausgab, hielt sie sich an alle Regeln. Sie überprüfte seinen Reisepass, verifizierte seinen digitalen Fußabdruck und traf sich mit seinen Geschäftspartnern in ganz Europa. Jede einzelne Überprüfung war unauffällig, und dennoch verlor sie über 50.000 €.
Pernilla Sjöholm zeigte allen auf, was ein Angreifer erreichen kann, der langfristig plant – und wenn monatelange extreme Vorsicht raffiniertes Multi-Channel- und Multi-Chain-Social-Engineering nicht aufhalten kann, hat ein jährliches Compliance-Trainingsmodul absolut keine Chance.
Die dadurch angestoßene Diskussion legt den Grundstein für unser diesjähriges Fokusthema, zu dem uns auf dem anstehenden Signal Security Summit 2026 zwei hochkarätige Sessions von Geoff White und Glenn Wilkinson erwarten. Der investigative Autor Geoff White analysiert die Geschäftsmodelle und Lieferketten hinter modernen Betrugssyndikaten und macht deutlich, in welcher Weise das organisierte Verbrechen wie jedes andere disziplinierte Unternehmen agiert. Der ethische Hacker Glenn Wilkinson zeigt auf, wie Angreifer alltägliche Gewohnheiten am Arbeitsplatz ausnutzen, um verstärkte technische Abwehrmaßnahmen zu umgehen.
Wenn Angriffe nicht wie Angriffe aussehen
Die meisten Security-Trainings behandeln Angriffe noch immer wie ein Fehlersuchbild: Mitarbeitende werden aufgefordert, auf eine schlechte Rechtschreibung und seltsam aussehende Domains zu achten.
Die Erfahrung von Pernilla Sjöholm hat deutlich gemacht, welche Schwächen diese Denkweise hat. Ihr Angreifer lieferte ihr anfangs keinen Grund für Misstrauen. Stattdessen baute er über Monate hinweg gemeinsame Verbindungen und echtes Vertrauen auf, bevor er nach Geld fragte. Dabei nutzte er Schlafmangel und künstlich erzeugte Panik, um Sjöholms Urteilsvermögen zu schwächen.
Wenn Organisationen davon ausgehen, dass Angriffe leicht zu erkennen sind, werden Personen, die auf einen Angriff hereinfallen, sofort stigmatisiert. Doch wenn die Mitarbeitenden fürchten, sich lächerlich zu machen oder disziplinarische Maßnahmen zu riskieren, schweigen sie – und verschaffen einem Eindringling so tagelang ungestörten Handlungsspielraum.
Der schnellste Weg, eine Bedrohung zu erkennen, wird immer ein Team sein, das sich vollkommen sicher fühlt, Fehler einzugestehen.
Dekonstruktion der Geschäftsmodelle hinter modernem Cybercrime mit Geoff White
Letztes Jahr auf der HuFiCon zeigte Pernilla Sjöholm, wie stark kommerzialisiert diese Angriffe mittlerweile sind. Bei einer osteuropäischen Betrugsaktion verwendeten nur 11 Personen innerhalb eines einzigen Jahres ein Budget von 3 Millionen Euro für digitale Werbung, um Zielpersonen anzulocken.
Auf dem Signal Security Summit 2026 beleuchtet Geoff White dieses Ausmaß organisierter Angriffe in seiner Session „Inside the criminal economy: How technology is reinventing organised crime“.
Mit Daten aus 20 Jahren dokumentiert Geoff, wie kriminelle Syndikate wie kommerzielle Technologieunternehmen agieren. Unabhängige Vermittler verkaufen den initialen Zugang. Spezialisierte Teams nutzen generative Tools, um hochgradig personalisierte Angriffsvorwände zu erstellen. Externe Geldwäsche-Netzwerke verschieben das Kapital über internationale Finanzwege. Den Erfolg ihrer Kampagnen messen die Syndikate anhand von Kundenakquisitionskosten, Konversionsraten und Return on Investment.
Somit treten Sie also gegen Angreifer an, die über Produkt-Roadmaps, Rekrutierungs-Pipelines und eigene Budgets verfügen. Geoff White zeigt Ihnen genau, wo diese Syndikate ihr Kapital investieren, und liefert Ihnen Einblicke in ihr kommerzielles Vorgehen, mit denen Sie ihre nächsten Schritte vorhersehen und Ihre Organisation zu einem schwereren, weniger lohnenden Ziel machen können.
Erleben Sie Geoff White live und hören Sie seine Berichte aus erster Hand. Seien Sie am 18. November in Köln dabei.
Mit Glenn Wilkinson die unbewussten Gewohnheiten entschlüsseln, die Ihre technischen Abwehrmechanismen untergraben
In seiner Keynote, „What attackers understand about behaviour—and what defenders can learn from it“ zeigt der ethische Hacker Glenn Wilkinson, warum Angreifer keine Zero-Day-Schwachstellen benötigen, wenn alltägliche Büro-Gewohnheiten einen leichteren Zugang bieten.
Wenn Sicherheitskontrollen die Menschen ausbremsen, entwickeln die Mitarbeitenden unweigerlich Workarounds, um ihre Deadlines einzuhalten. Angreifer studieren genau diese Abkürzungen und überlegen sich Anfragen, die schnelles Handeln belohnen und Zögern bestrafen.
Auf Basis von jahrzehntelangem Red-Teaming zeigt Wilkinson Security-Führungskräften auf, wie sie Abwehrmaßnahmen aufbauen, die mit dem menschlichen Verhalten arbeiten und nicht dagegen:
- Sicherere Standardeinstellungen: Systemeinstellungen, die Nutzende automatisch schützen, wenn die Arbeitsbelastung steigt.
- Native Verifizierung: Schnelle Bestätigungsschritte, die direkt in die Tools integriert sind, die Teams bereits nutzen.
- Operative Sicherheitsnetze: Kontrollen, die menschliche Fehler abfangen, ohne dass das Geschäft zum Erliegen kommt, und mehr.
Gestalten Sie eine stärkere Sicherheitskultur auf dem Signal Security Summit 2026
Nach einem spannenden Debüt in Paris Anfang des Jahres kommt unser Flagship-Summit am 18. November 2026 nach Köln. Er vereint über 2.000 Security-Führungskräfte unter einem gemeinsamen Ziel: Gemeinsam Resilienz schaffen.
Inmitten all der Sicherheitsvorfälle, die ständige Aufmerksamkeit erfordern, geschieht es schnell, dass man sich isoliert und dauerhaft in der Defensive fühlt. Wer versteht, wie diese Angreifer tatsächlich operieren, verändert diese Dynamik. Dieses Verständnis gibt Führungskräften die Klarheit, Bedrohungen vorherzusehen, über isolierte Vorfälle hinauszublicken und den Gegner auszumanövrieren.
Auf dem Signal Security Summit geht es nicht nur um all die Informationen aus der Praxis, die auf der Bühne geteilt werden: Letztendlich wird der Summit von den Personen geprägt, die neben Ihnen sitzen. Eine teilnehmende Person beschrieb ihn letztes Jahr als „großes Get-Together in einer sicheren und willkommenheißenden Atmosphäre“– eine seltene Gelegenheit, die berufliche Fassade fallen zu lassen, ehrlich darüber zu sprechen, was bei traditionellen Sicherheitsprogrammen schiefläuft, und Lösungen gemeinsam mit anderen auszutauschen, die dieselbe Verantwortung tragen.
Wir würden uns freuen, Sie in Köln bei diesem Austausch begrüßen zu dürfen.
PS: Falls Sie am 18. November nicht in Köln dabei sein können, haben Sie dennoch die Möglichkeit, die Diskussionen zu verfolgen und den Expertinnen und Experten auf der Bühne direkt zuzuhören. Der Signal Security Summit 2026 wird auch per Livestream übertragen.








